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Eigentlich... Part IV: Sackgasse Grenze

Flo • Nov. 12, 2021

Noch nie haben wir uns so sehr auf Pfannkuchen gefreut!

Falls du nicht gerade erst neu* (s.u.) auf diesen Blogartikel gestoßen bist, sonden bereits die letzten Beiträge gelesen hast und nun unbedingt wissen willst, wie unsere Fahrt zur Grenze im Kosovo ausgeht? - dann freut es mich, dich mit einem passenden Fußnoten-Zitat aus der Känguru-Offenbarung (die während dieser Fahrt als Hörspiel lief) zu begrüßen, das da lautet:


Cliffhanger, der: In Thomas Hardys zwischen September 1872 und Juli 1873 in Tinsley's Magazine als Fortsetzungsgeschichte erschienenen Roman A pair of blue eyes hängt der Protagonist Henry Knight am Ende einer Episode an einem Büschel Gras über einem Steilhang. Diese Szene wurde zur Namensgeberin eines Tricks, den vor Hardy schon Scheherazade eintausendundeinmal erfolgreich angewandt hatte und der später das Genre der Soap Opera ermöglichte: Man bricht eine scheinbar sehr spannende und dramatische Szene mitten in der Handlung ab, um das Publikum bei der Stange zu halten. Oft erweist sich die Szene dann zu Beginn der Fortsetzung übrigens als gar nicht so spannend und dramatisch. Aus: Die Känguru-Offenbarung (2014) von Marc-Uwe Kling


Dies ist die Fortsetzung des Blogartikels Eigentlich... Part III:

Kurz und knapp - Wir haben die vor uns liegende Grenze nach Mazedonien nie passiert. Nicht weil, es verboten wäre, aus- oder einzureisen, sondern schlichtweg, weil wir die Grenze nicht erreichten. Die bisher noch vernünftig ausgebaute Straße hörte exakt 3000 Meter vor der Grenze einfach auf. Was wir daran bemerkten, dass wir im Dunkeln urplötzlich über die 15 cm hohe Asphaltkante des Straßenendes schürten und mit Rusty unsanft auf einem Feldweg aufsetzten. Die zwei Stunden vorher noch so gut ausgebauten drei Fahrspuren hatten sich vor unseren Augen in eine unbefahrbare, serpentinenlastige Schotterpiste verwandelt.


Da standen wir nun also um zwei Uhr morgens, mitten in der stockfinsteren Dunkelheit des kosovanischen Grenzgebirges
, auf einem schlaglochgesprenkelten und von tiefen Furchen durchzogenen Feldweg. Und unsere Navigation verwies uns darauf, dass die "Straße", die im Finsteren vor uns lag, von nun an in steilen Serpentinen bergab gehen sollte, mit einer durschnittlichen Fahrzeit, bei der man schneller gelaufen wäre. Abenteuergeist und Unternehmungslust in Ehren, aber keine Chance: Ohne Allradantrieb bedeutete dies für uns, an dieser Stelle umzudrehen.


Und so sind wir die gesamte Strecke wieder zurück gefahren, durch das kleine Bergdörfchen mit den engen Gassen, durch den schwarzen Bergwald des Kosovos, auf der nun immer breiter werdenden Asphaltstraße mit den Känguru-Chroniken als Hörspiel zurück Richtung Prisren, von wo wir hergekommen waren. Frustrierend. Aber nach einer Übernachtung auf einem Autorastplatz kurz vor der Stadt beschlossen wir, das beste aus der Situation zu machen, unsere neue Route durch einen Nationalpark im Süden des Kosovos zu legen und mit viel Fahrerei und deutlich mehr Strecke als ursprünglich geplant dann doch noch rechtzeitig zu unserer Pfannkuchen-Verabredung wieder am Ohridsee zu sein.**


** Wer die ganze Fahrerei, die ja ursprünglich eigentlich nur mit einem kurzen Abstecher zum Ohridsee begonnen hatte, nun einmal genauer nachvollziehen möchte, kann ja jetzt einmal bei unserer --> Polarsteps-Route auf der Startseite vorbeigucken.


Diesmal kamen wir nun auch wirklich wie geplant an und durften einen grandiosen kulinarischen Abend mit Franzi und Martin verbringen - selten haben Pfannkuchen besser geschmeckt! Und zum Abschied bekamen wir sogar noch zwei selbstgeknüpfte Armbänder geschenkt - als wunderschöne Erinnerung an die gemeinsamen Abende.

Nach einer strahlend-sonnigen Rundfahrt um den See, inklusive eines wunderschönen Frühstücks am Wasser ging es am nächsten Tag dann an die Fortsetzung unserer Reisepläne mit dem Ziel: Berat, Albanien. Und eigentlich wollten wir dort dann auch nur eine Nacht bleiben... Aber das ist eine andere Geschichte.


* Ein kleiner Einblick für diejenigen unter euch, die spontan zu diesem Blogartikel dazugekommen sind:

Was für ein Reiseabenteuer: Nach einem Straßenmusik-Date in Bitola (Eigentlich... Part I), einem Karaoke-Date in Skopje (Eigentlich... Part II) und einem Kaffee-Date in Pristina (samt eines Spontanausflugs nach Prisren im Westen des Kosovos - Eigentlich... Part III) waren wir gerade auf dem direkten Weg zurück nach Mazedonien, zu einem Pfannkuchen-Date am Ohridsee. Die Google-Maps-Navigation hatte uns dabei einen Weg direkt durch das kosovanische Gebirge vorgeschlagen und die Straße Richtung Grenze war bisher astrein befahrbar gewesen. Kein Grund also, der unserer Wiedereinreise nach Mazedonien im Wege gestanden hätte. Wohl gemerkt - "Hätte"...

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